2012 21. OPEN AIR AM STEINBRÜCKER TEICH

Bericht 2006

 

Open-Air, Klappe die 16.


Petrus ist unrockbar – we don't care!
beziehungsweise: Warum Apfel schmeißen scheisse ist

So langsam hat es ja leider schon Tradition: Der Gleichauf-Peter zieht das Open-Air, vielmehr die dafür benötigten Lastwagen, mit seinem Traktor aus dem Dreck, den man dieses Mal auch partikularen Schlamm-Sumpf nennen konnte. Zum Dank gab es – wie schon vor zwei Jahren – hochverdienten Szenenapplaus, das ein oder andere Bierchen für den Helden und eine proppenvolle Krone-Disco bei der Aftershowparty. Dennoch eins vorweg: Trotz des Dauerregens waren Bands und Publikum beim 16. Open-Air am Steinbrücker Teich einfach nur großartig (und natürlich die tapfere Teichcrew beim ebenso verregneten Auf- und Abbau)!! Zitat aus dem Rundschau-Artikel: 'Regen ist bei Rock-Open-Airs kein Thema.' Genau!

Es schien wirklich das Motto dieses Open-Airs zu sein – und so ließen sich nicht nur diejenigen vor, sondern auch die AUF der Bühne den Spaß am idyllischsten Rockfestival Südhessens von nichts und niemandem nehmen. Die Opener Gapline zogen lustige Tierkopfmützen übers Haupt – und kamen so auch inne Zeitung. Allthesame bewiesen, dass man schon mit 15 (Durchschnittsalter der Band!) rocken kann wie die Großen. Und ImmerGrün ließen für eine Dreiviertelstunde auch musikalisch die Sonne aufgehen (tatsächlich regnete es für kurze Zeit mal nicht!). Bei Ungunst schließlich gab es ekstatischen Schlamm-Pogo vor der kleinen Bühne, der sich bei WRY zum Flächen-Mosh-und-Tanz-Pit vor der großen Bühne ausweitete (inklusive Quasi-Livesex eines punkigen Zuschauerpärchens am Bühnenrand). Dass The Royal Rollex Boys Entertainer und Einheizer vor dem Herrn sind, dürfte jedem spätestens seit diesem Auftritt klar sein – absolut 'Jämeläm'-mäßig! Und auch die Sewergrooves aus dem nordschwedischen Kiruna (ob es da jemals schon so einen nassen August gegeben hat?) waren '100 % waterproof'. Im Dauernieselregen glückselig vor der Bühne tanzende alte und auch viele neue Fans dankten es ihnen.

Zumindest so lange, bis ein irrwitziger vollidiotischer Stimmungskiller auf die super Idee kam, einen Apfel in Richtung Bühne zu werfen. Der Apfel traf dann Sänger und Gitarrist Kurt am Kopf – und Kurt brach den Auftritt verständlicherweise sofort ab. Gitarrist Packe's Überredungskünsten sei Dank kamen die Sewergrooves einige Minuten später unter Beifallsstürmen noch einmal zurück auf die Bühne – und spielten später sogar noch eine ausgiebige Zugabe mit neuestem Songmaterial. Wahre Rock'n'Roll-Größen!

Dass sie definitiv zur Créme de la créme des Schwedenrock gehören, bewiesen die Vier auch bei ihrem unvergesslichen Akustik-Auftritt am darauffolgenden Abend in der 'Guten Stube' des Hoffart-Theaters.

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal bei den sympathischen Schweden – und auch bei jedem einzelnen der 800 bis 1000 Besucher des 16. Open-Airs am Steinbrücker Teich!!! Diese Resonanz bei so einem Schietwetter motiviert die Teichcrew fürs nächste Jahr, sagen wir einmal, wie hundert Stunden Sonnenschein. ;-)
cem

Zurück